Gender-Sternchen hinter Geschlechtsbezeichnungen

Gendergerechte Sprache Teil IV

Nachtrag zum Beitrag Binnen-I, Gender Gap oder Pusch-Deutsch?: Das Gender-Sternchen wird nicht nur bei der Vermeidung des generischen Maskulinums eingesetzt. Mitunter sieht man es hinter allen oder zumindest manchen Geschlechtsbezeichnungen: Frau*, Mann*, Junge*, Mädchen*, aber auch Trans*, Inter*. Es gibt, wie es scheint, bislang keine einheitliche Vorstellung davon, wofür es überhaupt stehen soll. So wird häufig bekundet, es „symbolisiert dessen konstruierten Charakter und verweist auf eine Unabhängigkeit des Begriffs vom biologischen Geschlecht.“ Oft heißt es dann, dass deshalb bei der Verwendung von Frau (ohne Sternchen) nur diejenigen Personen angesprochen seien, die biologisch als Frau gelten, während ja mit Frau* alle gemeint seien, auch diejenigen, die sich als Frau verstehen, während sie medizinisch gesehen keine sind. Das Problem ist allerdings Folgendes: Entweder ist der Begriff Frau ein Konstrukt, das wir an anderen Kriterien als den biologischen Geschlechtsmerkmalen (Chromosomen, Hormone und Geschlechtsorgane) festmachen. Dann aber ist es zunächst einmal eine offene Frage, woran wir festmachen, wer eine Frau ist (Geschlechtsidentität und äußeres Erscheinungsbild/Kleidung etc. wären dafür Kandidaten). Würde sich die Zuschreibung an diesen Kriterien festmachen lassen, wären allerdings diejenigen, die sich als Frau fühlen oder kleiden etc. auch mit Frau (ohne Sternchen) angesprochen. Oder es gibt einen (notwendigen) Zusammenhang zwischen der Zuschreibung Frau und dem biologischen Geschlecht. Dann aber wäre die These nicht korrekt, dass die Geschlechtszuschreibungen konstruierten Charakter haben. Wer den konstruierten Charakter bestimmter Geschlechtszuschreibungen hervorheben will, kann das Sternchen auch nicht sinnvoll hinter Trans (Trans*Personen) verwenden.

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